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Atmosphärische "dicke Luft"

Sie kennen das: Sie betreten einen Raum und Sie spüren sofort, hier ist etwas nicht in Ordnung. Oder noch schlimmer, hier ist explosive Luft. Es hat noch keiner der Anwesenden ein Wort gesprochen – das braucht es auch gar nicht. Wir können unsere Stimmung mit der Atmosphäre ausdrücken, die wir erzeugen.

Wenn wir Streit bspw. mit unserem Partner haben und statt zu reden ins Schweigen verfallen – entsteht um uns herum eine andere Atmosphäre, die beredter ist als alle Worte, wie wir vielleicht sprechen würden. Die weggedrehte Körperhaltung, die Ignoranz auf eine Geste oder ein Wort, das erbitterte Schweigen, die knappen, kantigen Gesten, der abweisende Gesichtsausdruck, der harte Schritt durchs Zimmer oder das laute Zuschlagen der Tür … all das erzeugt Stimmungen, die wir aufnehmen und die wiederum mit uns als Empfänger etwas machen. Wir wissen sofort, hier ist „dicke Luft“.

Durch unser Verhalten können wir Stimmungen erzeugen, ohne das es Worte braucht: Verstohlene Seitenblicke, angespanntes Schweigen, unsicheres Füßescharren, wiederholendes Klopfen mit den Fingern auf die Tischplatte, Gegenstände hart und laut abstellen, durch die Zimmer „rennen“, sich wegdrehen, nicht hören, ignorieren, mit anderen tuscheln, laut hörbar ausatmen oder stöhnen … Und je nach Kombination und Intensität können es vielerlei Bedeutungen erzeugen. Vom Anzeigen eines Unwohlseins oder einer Verstimmung bis hin zur unausgesprochenen Kriegserklärung.

Hier sollten wir als Absender solcher nonverbalen Botschaften achtsamer damit umgehen und überlegen, ob und wie angebracht und vor allem hilfreich ist das. Für mich als Absender, für mein Gegenüber, für uns gemeinsam.

Manchmal kann es sein, dass solche Botschaften bedrohlicher als Worte wirken – dessen sollten wir uns immer bewusst sein.

Bildnachweis: Kathrin Stavenhagen

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